
TBZ Glienicke: Am Schloss Glienicke entsteht bis zum Jahr 2029 ein touristisches Besucherzentrum
Mit dem Projekt „Tourismus-Besucher-Zentrum (TBZ) Glienicke“ entsteht in den denkmalgeschützten Gebäuden und Freianlagen des ehemaligen Wirtschaftshofes des Schlosses Glienicke ein modernes Besucher*innenzentrum. Der Standort verbindet Geschichte, Kultur und Gegenwart auf besondere Weise und soll künftig als Berliner Eingangsportal für das UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ fungieren. Grün Berlin übernimmt im Auftrag des Bezirks Steglitz-Zehlendorf die Bauherrenfunktion sowie das Gesamtprojektmanagement. Als landeseigenes Unternehmen entwickelt, baut und betreibt Grün Berlin nachhaltige Infrastrukturen und lebenswerte öffentliche Räume und setzt dabei auf klimaschonende sowie klimaresiliente Stadtentwicklung.
Rückblick:
Initiiert wurde das Projekt vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf, insbesondere durch die Wirtschaftsförderung, die die Finanzierung über das Bund-Länder-Förderprogramm „Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sichern konnte. Nach Übertragung des Förderbescheids übernahm Grün Berlin die Projektmanagementleistungen und entwickelte unter anderem ein Betriebsmodell, eine
Bedarfsplanung sowie ein Bedarfsprogramm. Im Anschluss wurden Variantenuntersuchungen durchgeführt und die Vorplanungsunterlage erstellt.
Ziele:
Zentrales Ziel des Projekts ist die Schaffung eines Berliner Eingangsportals für das UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“. Dieses Ziel wurde gemeinsam mit dem Bezirk
Steglitz-Zehlendorf, der Obersten Denkmalschutzbehörde sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten formuliert. Das Vorhaben fügt sich zugleich in die Tourismusstrategie des Landes Berlin
ein, die insbesondere die touristische Entwicklung der Berliner Randlagen stärken möchte. Das Besucherzentrum soll als zentrale Anlaufstelle für Tourist*innen dienen und einen nachhaltigen,
barrierefreien sowie verträglichen Tourismus fördern. Gleichzeitig ermöglicht die behutsame touristische Nutzung des historischen Wirtschaftshofes den langfristigen Erhalt des denkmalgeschützten
Gebäudeensembles. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sensiblen Integration der erforderlichen Funktionen in die wertvolle historische Bausubstanz.
Planung:
Im ersten Schritt werden aus den Gebäuden nicht denkmalgerechte Einbauten wie Trafostationen, WC-Anlagen und Trennwände entfernt. Dadurch können insbesondere im markanten Turmgebäude zwei
großzügige Räume für Ausstellungs-, Informations- und Shopbereiche wiederhergestellt werden. In der Remise entstehen die notwendigen Funktionsflächen mit Sanitär- und Technikbereichen sowie einer
kleinen Kioskgastronomie. Die historische Konditorei wird für weitere Ausstellungs- und Serviceangebote genutzt. Sämtliche für Besucher*innen zugänglichen Bereiche werden barrierefrei im
Erdgeschoss realisiert, während die Obergeschosse Verwaltungs-, Technik- und Abstellflächen aufnehmen. Im Innenhof sind rund 60 Sitzplätze für eine saisonale Außengastronomie vorgesehen. Darüber
hinaus soll die historische Durchfahrt des Turmgebäudes als Hauptzugang zum Park und Schloss Glienicke wiederhergestellt werden. Durch den Einsatz einer Wärmepumpe als regenerative Technologie
wird ein klimafreundlicher und ressourcenschonender Betrieb des Besucherzentrums ermöglicht.
Ausstellung:
Kernbestandteil des Projekts ist die Entwicklung einer zeitgemäßen, barrierefreien Ausstellung, die Besucherinnen einen umfassenden Überblick über die touristischen Angebote und Attraktionen des
UNESCO-Welterbes vermittelt. Ähnlich einer digitalen Startseite informiert sie über bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Pfaueninsel, Schloss Glienicke, das Marmorpalais im Neuen Garten oder
Schloss Babelsberg und regt dazu an, diese Orte selbst zu entdecken. Darüber hinaus werden Themen wie das UNESCO-Welterbe, die deutsche Teilung, der Mauerweg sowie Persönlichkeiten wie Ludwig
Persius oder Peter Joseph Lenné aufgegriffen. Mehrsprachige und multimediale Angebote sowie barrierefreie Formate – etwa für sehbehinderte Menschen oder in einfacher Sprache – sorgen dafür, dass
möglichst viele Besucherinnen erreicht werden. Ziel ist es zudem, insbesondere die touristischen Angebote des Bezirks Steglitz-Zehlendorf, etwa im Rad- und Wassertourismus, stärker erlebbar zu
machen. Ergänzt wird das Angebot durch Serviceeinrichtungen wie Ticketverkauf, Shop, Sanitäranlagen und Außengastronomie.
Ausblick:
Mit den regulären Baumaßnahmen wird in diesem Jahr begonnen. Nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten startet die denkmalgerechte Umgestaltung des Gebäudeensembles. Mit der Umsetzung entsteht
ein modernes, nachhaltiges und barrierefreies Besucherzentrum, das künftig als zentrale Informations- und Servicestelle für das UNESCO-Welterbe sowie als Ausgangspunkt für die Erkundung der
Kulturlandschaft im Südwesten Berlins dienen wird. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Tourismus an der Berliner Peripherie und zur langfristigen Sicherung des
historischen Standorts.
